Modern living room with nature view 3d rendering Image

Tourismusboom hält an – leichter Rückgang bei Hoteltransaktionen

Das Jahr 2017 war für die deutsche Hotellerie erneut ein großer Erfolg. Auch auf dem Hoteltransaktionsmarkt gab es wieder viel Bewegung und interessante Entwicklungen.

QUIN Investment gibt Ihnen einen kurzen Überblick über das vergangene Jahr und wagt einen Ausblick auf das Jahr 2018.

Welche Entwicklungen gab es im Jahr 2017 auf dem deutschen Hotelmarkt?

Der deutsche Tourismus ist weiterhin stark wie nie zuvor. Mit insgesamt 459,6 Millionen Gästeübernachtungen wurde zum achten Jahr in Folge ein Tourismusrekord aufgestellt. Dies bedeutete eine Steigerung von 3 Prozent im Vergleich zu 2016.
Deutschland profitiert weiterhin von der wirtschaftlich und politisch stabilen Lage und der stetigen Verbesserung der Hotelprodukte.

Wie hat sich im letzten Jahr der Transaktionsmarkt für Hotelimmobilien entwickelt?

Hotelimmobilien sind und bleiben eine gefragte Assetklasse, die sich in den letzten Jahren längst auch unter institutionellen Investoren etabliert hat. Nachdem die Transaktionszahlen zuletzt von Rekord zu Rekord kletterten und somit 2016 zum ersten Mal die 5 Milliarden Euro Schallmauer geknackt wurde, gab es im Jahr 2017 einen leichten Rückgang auf 4,19 Milliarden Euro.
Dies ging jedoch nicht auf eine schwächere Investorennachfrage zurück, sondern war das Ergebnis eines sich verknappenden Angebotes.
Der Rückgang von Portfoliotransaktionen, welche im letzten Jahr nur noch einen Anteil von 31 Prozent verzeichneten, spiegelt die Verknappung der verfügbaren Hotelimmobilien ebenfalls wider. Im Jahr 2016 machten Portfoliotransaktionen noch einen Anteil von 46 Prozent aus.

In welchen Regionen fanden die meisten Hotelverkäufe statt und woher kamen die Investoren?

Insgesamt 69 Prozent der Hoteltransaktionen entfielen auf die Top-7 Städte Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Köln und Stuttgart. Gleichzeitig rückten aber auch B- und C- Standorte vermehrt in den Fokus der Hotelinvestoren.

Etwa 46 Prozent der Hotelkäufer kamen aus dem Ausland. Hier waren unter anderem Investoren aus Frankreich eine der aktivsten Käufergruppen.

Welche Hotelimmobilien werden am meisten gesucht und welche Renditen sind beim Kauf von Hotels zu erzielen?

Die meisten Transaktionen fanden im 3- und 4-Sterne Bereich statt. Mit circa 52 Prozent aller Hoteltransaktionen stand das 4-Sterne Segment am Ende jedoch deutlich an der Spitze.
Die anhaltend hohe Nachfrage in Verbindung mit dem geringen Angebot lassen die Spitzenrenditen weiter sinken. Diese lag 2016 bei 4,5 Prozent, im Jahr 2017 nur noch bei 4,1 Prozent. Natürlich gibt es weiterhin große Schwankungen der Hotelrenditen, abhängig von der Lage, dem Erfolg des Betriebes und dem Zustand der Immobilie.

Prognose 2018:

Obwohl das Transaktionsvolumen rückläufig war, ist der „Run“ auf Hotelimmobilien weiter ungebrochen. Dies wird sich auch in 2018 in allen Sternekategorien fortsetzen. Aktuell werden deutschlandweit zahlreiche Hotelprojekte entwickelt die in vielen Fällen ebenfalls verkauft werden. Bestandsgebäude werden wohl noch seltener zum Verkauf stehen, somit aber noch begehrter werden. Grundsätzlich werden 2018 B- und C-Standorte die größten Profiteure sein.
Auch Ferienhotels rücken weiter in den Fokus nationaler und internationaler Investoren. Hier gibt es noch eine Menge unausgeschöpftes Investmentpotenzial, auch in absoluten Top-Lagen.
Die Gesamtentwicklung auf dem deutschen Hoteltransaktionsmarkt wird die Spitzenrenditen vermutlich knapp unter 4 Prozent sinken lassen.

Destatis, QUIN Research

Leave a comment